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Tiffanykurs " Fensterbild "


Hallo Tiffany – Freunde,

Als Interessierte möchte ich Ihnen an dieser Stelle das Hobby "Tiffany" vorstellen. Am Fensterbild Rose
( in Anlehnung an mein Firmenlogo ) werde ich Ihnen in der folgenden Präsentation alle Arbeitsschritte
vorstellen, die zum Bau eines Tiffany - Fensterbildes notwendig sind.
Die jeweils hellgrauen Textpassagen sind Links zu den im Kurs beschriebenen Artikeln.
Hier finden Sie die Vorlage in PDF im Original Fensterbild „Rose“ [484 KB]
Im folgenden Tiffanykurs habe ich eine vergrößerte Version dieser Vorlage benutzt,
die Sie hier [1.729 KB] herunterladen können.

Ich hoffe einen erfolgreichen Tiffany – Glaskünstler aus Ihnen machen zu können und wünsche Ihnen viel Freude beim Basteln.


Fensterbild Rose 001


Hier nun der Tiffanykurs " Fensterbild "

Das Fensterbild "Rose" habe ich wegen der Größe in 4 Teilen DIN A4 eingescannt . Ausdrucken sollten Sie sich die 4 Teile jeweils einmal auf Papier ( Vorlage ) und einmal auf Pappe ( für die Schablonen ).

Auf einer 30mm starken Roofmate- Platte fixieren Sie den ersten Teil der Papiervorlage mittels Glaskopfstecknadeln.

Nachdem das erste Teil fixiert ist schneiden Sie von den Rändern der anderen 3 Papiervorlagen die durch den Drucker entstandenen weißen Ränder ab.

Nun fixieren Sie Teil für Teil der Papiervorlagen auf der Roofmate - Platte mittels Glaskopfstecknadeln und Tesafilm.

Wenn Sie alle Teile zusammengefügt haben, erhalten Sie die fertige Vorlage auf der Sie das Fensterbild bauen können.

Nachdem Sie die Papiervorlagen zusammengeklebt haben, brauchen Sie zum Anzeichnen des Glases Schablonen. Mit Hilfe von Buntstiften können Sie den gewünschten Maserungsverlauf und die ausgewählte Farbe bei den Pappvorlagen einzeichnen.

Da Sie 4 Pappvorlagen für die Schablonen haben, sollten Sie am besten nach der Teilnummer anzeichnen um später keine Schablonteile doppelt zu haben.

Zum Ausschneiden der Schablonteile gibte es sogenannte Schablonenscheren, die einen ca. 0,8mm breiten Spalt aus der Pappe herausschneiden.

Am besten die Linien der Schablonteile wegschneiden, dann werden alle Schablonen etwas kleiner, das ist für die späteren Arbeiten sehr sinnvoll.

Nachdem alle Schablonteile ausgeschnitten sind können Sie diese nach Farben sortieren.

Wenn Sie die Schablonteile später nicht mehr benötigen können Sie diese am besten, zusammen mit der Vorlage auf Papier, in Prospekthüllen aufbewahren, dann haben Sie diese für einen eventuell nochmaligen Bau später wieder zur Verfügung.

Zunächst einige Informationen zu Tiffanygläsern. Alle Tiffanygläser haben eine Vorder- und eine Rückseite. Die Vorderseite ist meist etwas glatter und hat eine stärkere Maserung, wie auf diesem Foto zu sehen.

Auf diesem Bild deutlich zu erkennen, das gleiche Glas wie auf dem vorherigen Foto, aber diesmal von der Rückseite fotografiert.

Bei den meisten Klaren Strukturgläsern ist die Vorderseite stark strukturiert ( Beim Wasserglas ist in unserem Bildbeispiel eindeutig die oben liegende Wellenstruktur zu erkennen ).

Beim Eisblumenglas ist die Vorderseite so stark strukturiert, daß Sie dieses Glas auf dieser Seite nicht schneiden können.

Soll die stark strukturierte Seite später auf der Vorderseite sichtbar sein müssen Sie die Schablonteile natürlich spiegelverkehrt anzeichnen und so auf der glatten Seite das Negativ ausschneiden.

Wenn Sie vorher die Maserungsrichtung bei den Schablonteilen eingezeichnet haben können Sie diese dann auf der Vorderseite der jeweiligen Gläser anzeichnen. Hierzu benutzen Sie am besten einen wasserfesten Folienschreiber. Für dunkle Gläser empfiehlt sich ein Lackstift in weiß oder anderen Farben.

Achten Sie darauf, 2-3mm vom Rand wegzubleiben, damit Sie nach dem Schneiden die Gläser später noch bearbeiten können. Außedem sollten Sie die Teile so anzeichnen, dass Sie wenig Verschnitt haben aber die einzelnen Gläser später auch noch einzeln ausschneiden können.

Nun zum Glasschneiden. Aus Gründen der Arbeitssicherheit sollten Sie bei allen Arbeiten, bei denen Glas absplittern kann ( schneiden, kröseln und schleifen ) eine Schutzbrille zum Schutz Ihrer Augen tragen.

Glasschneider gibt es in verschiedenen Ausführungen. Ich empfehle Ihnen den Glasschneider bei Nichtgebrauch immer in Schneidöl zu stellen, das erhöht die Lebensdauer des Schneidrädchens und erleichtert das Schneiden.

Mit leichtem, nicht zu kräftigem Druck führen Sie den Glasschneider 2 - 3mm neben den angezeichneten Glasteilen entlang ( es muss ein leichtes Ritzen zu hören sein ). Durch dieses Ritzen beschädigen Sie die Oberfläche des Glases und verursachen einen Riss.

Mit Hilfe einer Glasbrechzange können Sie diesen Riss vertiefen und im günstigsten Fall auch schon einen Bruch des Glases entlang des Risses bewirken. Die Zange besteht aus einem Druckteller( rechts im Bild ) und einem Druckbalken ( links im Bild ).

Wie im Bild dargestellt, setzen Sie die Glasbrechzange etwa 1 - 1,5cm vom Rand des Glases, mittig auf dem Riss an. Nun erhöhen Sie langsam den Druck, bis Sie ein leichtes Klicken hören, das Glas ist nun auf dieser Seite angebrochen.

Die Glasplatte wie zu sehen mit beiden Händen beiderseits des Risses greifen und nach beiden Seiten hin mit einem leichten Ruck abknicken, dann sollte das Glas entlang des Risses brechen.

Und danach abbrechen.

Nun können Sie, wenn Sie die Schablonen mit ausreichend Abstand zueinander angezeichnet haben, die einzelnen Glasteile mit dem Glasschneider anritzen.

Anhand des Teils 17 versuche ich Ihnen nun die Vorgehensweise beim Glasschneiden zu erklären. Die gestrichelten Linien symbolisieren Ihnen die erforderlichen Schnitte um sich an die erforderliche Form heranzutasten.

Sie können die, in diesem Fall 4 Schnitte alle hintereinander machen. Dabei immer den schwierigsten Radius zuerst bearbeiten, falls das Teil falsch bricht hat man sich so Arbeit gespart.

Wichtig hierbei, immer vom großen zum kleinen Radius schneiden und einen angefangenen Schnitt nicht absetzen sondern in einem durchziehen.

Mit Hilfe einer Kröselzange brechen Sie nun die einzelnen Schnitte der Reihe nach von dem Glasteil ab,

bis Sie

den entgültigen kleinsten Radius erreicht haben.

Nun können sie die äußeren Schnitte alle nacheinander einbringen.

Je nach Radius sind mehr oder weniger Schnitte erforderlich um dann gefahrlos kröseln zu können.

Danach die einzelnen Schnittstellen,

wie bereits beschrieben abkröseln.

Wenn Sie alles richtig gemacht haben sieht Teil 17 dann so aus, wenn nicht, weiterüben, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wenn Sie Glasteile haben, die starke Innenradien haben, wie z.B. Teil 7, können Sie diese auch mit Hilfe einer Glassäge aussägen.

Glassägen gibt es von verschiedenen Herstellern, sie haben ein diamantbeschichtetes Sägeband, das wassergekühlt ist.

Mit Ihrer Hilfe können Sie den schwierigen Radius in einem Stück aussägen.

Wie Sie sehen habe wir sogar noch ein weiteres Glasteil im Schnitt angezeichnet, das wir jetzt auch noch verwenden können.

Wie bereits beschrieben auf Teil 7 alle weiteren Schnitte einbringen,

oder wegkröseln.

mit Hilfe der Glasbrechzange abbrechen,

Auch das schwierige Teil 7 haben wir nun fertig zur Weiterberarbeitung vorbereitet.

Wenn Sie auf diese Weise einige nebeneinanderliegende Teile fertig vorbearbeitet haben kann der nächste Arbeitsschritt erfolgen, das "Schleifen". Um Ihre Finger zu schonen sollten Sie in einen Glasgreifer benutzen um die Glasteile beim Schleifen zu halten.

Zum Schleifen verwendet man eine Schleifmaschine auf der sich ein Diamantschleifkopf mit einer hohen Standzeit befindet. Der Schleifkopf sollte bei der Arbeit immer mit Wasser gekühlt werden.

und benetzt beim Schleifen so ständig den Schleifkopf. Führen Sie ein Glasteil mit leichtem Druck an dem Schleifkopf vorbei und entgraten Sie es ringsherum.

Deshalb haben die Schleifmaschinen im oberen Teil eine Art Wanne die mit ein wenig Wasser aufgefüllt wird. Auf diese Wanne ist die siebertige Arbeitsfläche aufgelegt. Das Schwämmchen hinter dem Schleifkopf saugt durch die Kapillarwirkung das in der Wanne befindliche Wasser auf

Trocknen Sie es und legen Sie es auf die Vorlage, jetzt können Sie mit dem Marker die Stellen anzeichnen, die noch nachgeschliffen werden müssen, damit das Glasteil die richtige Größe bekommt.

Für enge Radien, die Sie mit dem breiten Schleifkopf, wegen des zu großen Durchmessers, nicht ausschleifen können, gibt es spezielle 3mm oder 6mm Schleifdorne, die zusätzlich auf die Schleifmaschine montiert werden können.

Wenn Sie keine Glassäge besitzen und durch starke Radien in der Tiffanyarbeit viel Schleifarbeit anfällt, können Sie sogenannte "Speedköpfe" benutzen, die sehr grob sind und sehr schnell große Flächen wegschleifen. Diese sind mit Vorsicht zu genießen, schnell ist das Teil dann zu klein.

Wenn das Glasteil mit einem kleinen Spalt auf die Vorlage passt können Sie die danebenliegenden Teile bearbeiten und in gleicher Weise vorgehen.

Nachdem die Glasteile fertig geschliffen sind, müssen sie "foliert" werden. Dazu gibt es die verschiedensten selbstklebenden Kupferfolien in unterschiedlichen Breiten zwischen 3 und 8mm. In unserem Beispiel benutzen wir, zur Aufnahme der Kupferfolie, ein Folienwickelgerät.

Dieses Gerät trennt die Schutzfolie automatisch von der Klebeseite der Kupferfolien. In diesem Hilfsgerät können zwei Rollen eingespannt werden. In unserem Beispiel haben wir zwei Rollen von 5,2mm Breite eingespannt. Die dem Glas zugewandte Klebeseite ist, wie zu erkennen, einmal schwarz und einmal kupferfarben.

Dies hat folgende Bewandtnis. Bei Tiffanyarbeiten die später patiniert werden müssen alle klaren Gläser mit Kupferfolien mit schwarzer Rückseite foliert werden, ansonsten kann man später durch das Glasteil hindurch die kupferfarbene Rückseite sehen. Dieser Fehler beim Folieren fällt später bei einer fertigen Tiffany - Arbeit sofort auf und kann dann nur noch durch Zerstörung des Glasteils und dessen Neubau behoben werden.

Nun zur Vorgehensweise beim Folieren. Die Kupferfolie, wie abgebildet, mittig auf die Glasteil kleben, so daß diese beiderseits ein wenig übersteht.

Dabei sollten die Glasteile ein wenig vorgewärmt werden, damit die Folie besser am Glas haftet ( etwa auf eine Warmhalteplatte legen oder die Heizung ). Wie zu sehen, führen Sie das Glasteil mit einer Hand und kleben mit der anderen Hand die Folie mittig um das Glasteil herum.

Dabei können Sie die überstehenden Ränder der Folie beiderseits bereits mit der Hand andrücken.

Am Ende die Folie ca. 1cm über den Anfang überlappen lassen. Achten Sie auf jeden Fall darauf das Anfang und Ende der Kupferfolie beiderseits gleichmäßig überstehen, sonst bekommen Sie später schlechte Lötnähte ( eventuell später mit einem Cuttermesser beischneiden ).

Mit Hilfe eines Folienandrückers reiben Sie danach die Folie zuerst an den Glasrändern an.

Dann legen Sie das Glasteil hin und reiben die Folie von außen nach innen, beiderseits, an.

Wenn alle Kanten gut angerieben sind, legen Sie das Glasteil auf die Vorlage und fixieren es mittels lötfester Glaskopfstecknadeln .

Auf diese Weise können Sie die einzelnen Teile zu dem Gesamtbild aufbauen.

Hier noch ein wichtiger Tipp, schleifen Sie immer nur ein paar Glasteile fertig und folieren Sie diese dann erst. So vermeiden Sie, dass sich die folierten Glasteile zu sehr aufbauen und bereits fertig passend geschliffene Glasteile unter Umständen nachbearbeitet werden müssen.

Ein weiterer Tipp, da dieses Fensterbild später einen Bleirand erhält, sollten Sie, wie in unserem Bildbeispiel erkennbar, die äußeren Glasteile an den Außenseiten nicht folieren. Dadurch können Sie die Tiffany - Arbeit später leichter mit dem Bleirand einfassen.

Nachdem alle Glasteile foliert und mittels lötfesten Glaskopfstecknadeln fixiert sind, folgt der nächste Arbeitsgang, das Löten. Zunächst benetzen Sie einen einfachen Scotch - Britt Schwamm mit Lötwasser ( sehr sparsam verwenden, Fläschen nur einmal kurz umdrehen ). Sie können natürlich auch andere Löthilfen verwenden.

Lötwasser ist in der Regel leicht ätzend, wenn Sie empfindlich sind, sollten Sie Einmalhandschuhe tragen. Danach verreiben Sie zunächst das aufgebrachte Lötwasser in einer kleinen Schale ( damit nicht zuviel Lötwasser an einer Stelle des Schwämmchens ist ). Haben Sie sehr empfindliche Haut, können Sie auch säurefreies Lötwasser verwenden.

Nun verteilen Sie mit dem Schwämmchen das Lötwasser auf der Tiffany - Arbeit. Achten Sie darauf nur einen hauchdünnen Film des Lötwassers aufzubringen, sonst spritzt später beim Löten das Lötwasser aus den Rillen zwischen den Glasteilen heraus ( Verletzungsgefahr ).

Nun kommt der vorgeheizte Lötkolben zum Einsatz. Reinigen Sie zunächst die Lötspitze an einem kleinen Schwämmchen, das gut mit Wasser getränkt ist, nur wenn`s reichlich zischt ist genügend Wasser am Schwamm.

Sollte die Lötspitze des Lötkolbens stark verzundert sein, müssen Sie diese gegebenenfalls vorher mit einem Aktivator reinigen, diese gibt es in verschiedenen Ausführungen, man kann auch einen Salmiakstein verwenden.

Wenn Sie eine Seite fertiggelötet haben, Tiffany - Arbeit umdrehen und wie gehabt die andere Seite fertig löten. Danach die andere Seite nochmals kontrollieren, es kann sein, daß etwas Lötzinn durchgsickert ist, dieses mit dem heißen Lötkolben aufnehmen und wieder entfernen.

Nun heften Sie die folierten Glasteile mittels Lötzinn 60/40 2-3mm Fäden zwischen den lötfesten Glaskopfstecknadeln ab ( Plastikkopfstecknadeln können die Berührung mit dem über 400 °C heißen Lötkolben nicht vertragen, sie fangen an zu kokeln ).

Bleiben Sie beim Löten immer im Kupferfoliebereich, um nicht zu viel Hitze ins Glas einzubringen, sonst kann es Ihnen passieren, daß Ihnen Gläser springen und Sie diese neu machen müssen. Heften Sie auf diese Weise die Tiffanyarbeit auf der ganzen Fläche ab.

Denken Sie daran, nur an den Stossstellen und hier und da heften, die Roofmate - Platte, auf der sich die Tiffany - Arbeit im Moment noch befindet, ist ebenfalls aus Kunststoff und daher nicht lötfest.

Nach dem Abheften entfernen Sie alle Glaskopfstecknadeln und schieben die Tiffany - Arbeit auf eine lötfeste Unterlage. In unserem Bildbeispiel verwenden wir eine 2mm starke lötfeste Halonplatte.

Danach tragen Sie mit Hilfe des Schwamms nochmals hauchdünn Lötwasser auf die Tiffany - Arbeit auf. Nun können Sie die Tiffany - Arbeit von der ersten Seite fertig löten.

Die Vorgehensweise beim Fertiglöten ist folgende: Lötkolbenspitze auf die Kupferfolie halten und etwas Lötzinn hinzufügen, etwa 1 Sekunde warten und Lötkolbenspitze etwa 1cm ziehend anheben. Diesen Vorgang wiederholen Sie so oft wie nötig und

versuchen auf diese Weise eine gleichmäßig runde Lötnaht auf der Kupferfolie zu erhalten. Wenn es beim Löten spritzt ist zuviel Lötwasser benutzt worden. Bleiben Sie beim fertig Löten etwa 3mm vom Rand der Tiffany - Arbeit weg, sonst bekommen Sie später Schwierigkeiten beim Bleirand.

Wenn Sie eine Seite fertiggelötet haben, Tiffany - Arbeit umdrehen und wie gehabt die andere Seite fertig löten. Danach die andere Seite nochmals kontrollieren, es kann sein, daß etwas Lötzinn durchgsickert ist, dieses mit dem heißen Lötkolben aufnehmen und wieder entfernen.

Hier noch ein Tipp, wenn die jeweilige Lötzinnstange zu kurz zum Festhalten geworden ist, legen Sie diese einfach auf die lötfeste Unterlage und löten eine neue Stange an.

Nachdem die Tiffany - Arbeit auf beiden Seiten fertiggelötet ist, kann der Bleirand angebracht werden ( Profil - Randblei halbrund, gepresst, 4 x 3,5mm ). Mittels einer Puksäge sägen Sie zunächst den Anfang des Bleiprofils gerade.

Danach feilen Sie überstehende Kanten und den durch die Säge entstandenen Grat mit Hilfe einer kleinen Handfeile glatt.

Den Anfang des Bleiprofils setzen Sie, wie im Bild dargestellt, am Besten an einer Stossstelle an. Drücken und führen Sie das Bleiprofil fest am Glasrand des Eisblumenglases vorbei bis zur nächsten Stossstelle.

Zur besseren Fixierung können Sie einen kleinen Leistenhammer verwenden, mit dem Sie den Bleirand leicht anklopfen.

Wenn das Bleiprofil an der Stossstelle gut anliegt geben Sie mit dem Schwämmchen etwas Lötwasser darauf.

Da das Bleiprofil beim Löten mit dem 75W Lötkolben wegen der großen Hitze sehr leicht beschädigt wird sollten Sie einen kleineren 25-50W Lötkolben benutzen. Lötkolben 5 Minuten vorher einschalten und natürlich zuerst Lötkolbenspitze reinigen.

Etwas Lötzinn auf die Lötkolbenspitze auftragen und

wie auf dem Bildbeispiel zu sehen, die flache Seite der Lötkolbenspitze etwa 1 Sekunde in die Kehle zwischen Bleiprofil und Tiffany - Arbeit drücken.

Wenn das Lötzinn gut verlaufen ist hat das Bleiprofil jetzt schon "Moralischen Halt". Nun halten Sie mit der linken Hand das Bleiprofil auf Spannung und drücken und drehen es mit der rechten Hand in die richtige Form.

Mit dem Leistenhammer bis zur nächsten Stossstelle festklopfen und verlöten u.s.w. - u.s.w.

Wenn Sie auf diese Weise am Anfang des Bleiprofils angekommen sind, halten sie das Bleiprofil wie im Bildbeispiel zu sehen übereinander und zeichnen an, wo es abgeschnitten werden muss.

Mit der linken Hand halten Sie das Bleiprofil dann stramm und sägen es mit der rechten Hand mittels Puksäge ab. Vorsicht, nicht zu kurz absägen, lieber etwas länger lassen.

Mit der Feile solange nachfeilen, bis Anfang und Ende

Stoß auf Stoß sauber zusammenpassen.

Etwas Lötwasser auftragen,

die beiden Enden mit einer Hand zusammendrücken und mit dem Lötkolben Festlöten ( vorher natürlich etwas Lötzinn auf die Lötkolbenspitze auftragen ).

Nun können Sie wie gehabt die restlichen Kehlnähte beiderseits verlöten und der Bleirand ist fertig.

Leider kann man ein Tiffany - Fensterbild, auch wenn es einen Bleirand besitzt, nicht so ohne weiteres aufhängen. Dazu müssen erst Aufhängerösen angebracht werden, an denen man später die Kette befestigen kann.

Diese Ösen kann man sich, mit einer kleinen Flach - oder Telefonzange, einfach aus 1mm starkem verzinntem Kupferdraht biegen.

Um möglichst kleine Ösen zu bekommen, sollten Sie den Draht mit der vordersten Spitze der Zange, gemäß den Bildbeispielen biegen.

Wenn Sie eine Öse fertig gebogen haben schneiden Sie sie einfach mit einem kleinen Seitenschneider ab.

Die fertigen Ösen sehen dann so aus.

An der Tiffany - Arbeit zeichnen Sie nun die Stellen an, an denen Sie die Ösen befestigen wollen.

Bevor Sie die Ösen anlöten können müssen diese erst verzinnen. Halten Sie eine Öse mittels Flachzange fest und benetzen Sie sie auf dem Schwamm mit etwas Lötwasser.

Dann tragen Sie mit dem Lötkolben etwas Lötzinn auf die beiden Enden der Öse auf.

Auch die vorher markierten Stellen müssen mit etwas Lötwasser benetzt

und verzinnt werden.

Mit Hilfe der Zange halten Sie nun die Öse an die vorgesehene Stelle, nehmen etwas Lötzinn auf, und löten erst das eine und dann das andere Ende der Öse am Bleirand an.

Je nach Größe der Tiffany - Arbeit müssen Sie eine oder mehrere Ösen anlöten, um die Tiffany - Arbeit sicher aufhängen zu können ( bei diesem Fensterbild sind 2 Ösen erforderlich ).

Nun sind alle Lötarbeiten an unserer Arbeit beendet und wir kommen zum "Patinieren". Schieben Sie das Patinieren nach dem Löten nicht auf die lange Bank, sonst verzundert die Oberfläche der Lötnähte und nimmt die Patina nicht mehr an, bereits nach 3 Tagen haben Sie Probleme und müssen Ihre Arbeit erst mit feiner Stahlwolle abreiben, damit die Patina wieder haftet.

Zum Schutz Ihrer Hände beim Patinieren sollten Sie in jedem Fall Einmalhandschuhe tragen. Zunächst lassen Sie heißes Wasser über die Tiffany -Arbeit laufen.

Dann nehmen Sie mit einer Bürste etwas Handwaschpaste

und bürsten die Tiffany - Arbeit kräftig ab.

Danach nochmals mit heißem Wasser abwaschen.

Auch den Schwamm, den Sie zum Patinieren benutzen, kräftig vorwärmen. Das Wasser ausdrücken -

etwas Patina auf den Schwamm geben und die Patina zügig auf beide Seiten auftragen.

Wenn die Tiffany - Arbeit die Patina gut annimmt werden die Lötnähte sofort schwarz,

färben sich die Nähte dagegen nur braun, müssen sie den Vorgang nochmals wiederholen.

Nach 5 Minuten Einwirkzeit können Sie die Reste der Patina mittels Bürste und Handwaschpaste abwaschen und die Tiffany-Arbeit abtrocknen.

Nach dem Abtrocknen ist die Tiffany - Arbeit, wenn Sie zum Abwaschen heißes Wasser benutzt haben immer noch warm. Leider glänzen die Lötnähte aber noch nicht, das können Sie ganz einfach ändern. Mit einem ausrangierten Küchentuch tragen Sie etwas Antioxidationsmittel oder Autopolitur

gleichmäßig auf beide Seiten des Fensterbildes auf. Nun lassen Sie das Antioxidationsmittel einige Minuten trocknen.

Das Fensterbild ist nun mit einem milchigen Schleier überzogen den Sie mit dem Küchentuch kräftig abpolieren. Je länger Sie reiben, umso mehr glänzen die Lötnähte.

Den letzten Schliff schließlich geben Sie dem Fensterbild indem Sie mit einer weichen Bürste nochmals nachpolieren.

Eigentlich ist das Fensterbild nun fertig, Sie müssen nur noch eine Kette dranmachen.

Stolz präsentiert Opa Aloys sein Werk, sehr gut gemacht, Opa.